Mehr Personal
besserer Personalschlüssel
Zur Gestaltung einer qualitativ hohen pädagogischen Arbeit brauchen Erzieher*innen Zeit für die direkte Beziehungsarbeit zu den Kindern, Zeit für deren Vor- und Nachbereitung und auch Zeit für Eltern- und Teamgespräche.
Die Beziehungsarbeit zu den Kindern ist eine Grundvoraussetzung für gelingendes Lernen in der ganztägigen Bildung, Erziehung und Betreuung. Der steigende Bedarf an Sprachförderung, Unterstützung in den Hausaufgaben sowie Kompensation in einem schwierigen Lernumfeld ist mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen immer schwieriger zu bewältigen. Auch informelle Lernangebote bedürfen oft einer differenzierten und personalintensiven Begleitung, die häufig hinten runterfällt. Auch eine deutliche Ausweitung der bestehenden stellenbezogenen Ausstattung für die mittelbare pädagogische Arbeit (mpA) ist in der derzeitigen Arbeitssituation zumeist ein frommer Wunsch und fällt dem Druck enger Dienstpläne und hoher Krankenstände zum Opfer.
Der derzeitige Personalschlüssel von 1:22 spiegelt die reale Betreuungsrelation nicht wider. Die kleinteiligen Betreuungsmodule, aber vor allem die Tatsache, dass im gesetzlichen Personalschlüssel auch die Zeiten für Urlaub, Fortbildung, Krankheit und mittelbare pädagogische enthalten sind, führen zu einer realen Betreuungsrelation von 1:40 und schlechter.
Wir fordern deshalb den gesetzlich festgeschriebenen Personalschlüssel von jetzt 1:22 auf 1:15 zu senken. Darüber hinaus ist der Anteil für die mittelbare pädagogische Arbeit von 3,5 Stunden auf 9 Stunden pro Woche zu erhöhen.
Sowohl die Arbeit mit den Kindern als auch die mittelbare pädagogische Arbeit müssen den Ansprüchen an eine moderne Schule gerecht werden, um auch die Qualitätserfordernisse einer inklusiven Ganztagsschule zu erfüllen. Wichtig: durch die sinkenden Schüler*innenzahlen in den kommenden Jahren ergeben sich hier zusätzliche finanzielle Spielräume das gute und erfahrene pädagogische Personal in den Schulen zu halten, um so den Personalschlüssel zu verbessern.
bessere Leitungsausstattung
Die Leitungen in der ergänzenden Förderung und Betreuung tragen eine hohe Verantwortung bei der pädagogischen Entwicklung der Ganztagsangebote, bei der Alltags-, Essen- und Arbeitsorganisation sowie in der Teamführung. Deshalb sind die Leitungskräfte des Ganztagsbetriebs konsequent in der erweiterten Schulleitung in ihren Leitungsfunktionen zu stärken. Partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe trägt wesentlich zur Verbesserung des Schulklimas und des anregenden Lernumfeldes und zur Qualitätsverbesserung bei. Schulische Leistungen sind ohne ein soziales Miteinander und gemeinsame schulische Entwicklung undenkbar. Die heutige Regelung, die an einer Ganztagsschule maximal 1 volle Leitungsstelle vorsieht, stammt aus der Zeit in der die damaligen Horte oft nicht mehr als 100 Kinder betreuten. Im heutigen Ganztagsbetrieb sind über 400 betreute Kinder und Teams von 30 Mitarbeiter*innen und mehr an einer Schule keine Seltenheit. Für diese Entwicklung brauchen wir auch ein mehr an Leitungsausstattung sowie finanzierte Vertretungsregelungen.
Wir fordern die Deckelung von maximal einer Stelle je Einrichtung aufzuheben und auf zwei Stellen je Schule zu erhöhen.