Ausreichend Platz
Räume im Ganztag sollen sich an den Lebenslagen und Bedürfnissen der Kinder orientieren. Sie müssen Bewegung, Rückzug, Konzentration, kreatives Gestalten und soziales Miteinander gleichermaßen ermöglichen. Als „dritte Pädagog*in“ unterstützen Räume das Lernen, die Selbsttätigkeit und Entwicklung von Kindern. Wichtig sind ausreichend große und pädagogisch vielfältig nutzbare Flächen – mindestens 3 qm pro Kind. Sind Mehrfach- oder Doppelnutzungen unumgänglich, müssen die unterschiedlichen Nutzungsanforderungen sowie die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt werden.
Ganztägige Bildung endet nicht an den Grenzen des Schulgebäudes, sondern ist im Sozialraum verankert. Neben außerschulischen Lernorten sollen insbesondere kulturelle Angebote, Sport-, Bewegungs- und Freizeitangebote sowie erlebnis- und naturpädagogische Formate systematisch in den Ganztag eingebunden werden. Auch Orte der Begegnung im Quartier, etwa Jugendfreizeiteinrichtungen, Bibliotheken oder Nachbarschaftsangebote, leisten einen wichtigen Beitrag zur Bildungsqualität. Kooperationen mit Trägern der Jugendhilfe und weiteren lokalen Akteur*innen sind daher dauerhaft und verlässlich auszugestalten.
Bei Neubau und Weiterentwicklung von Schulen müssen die Anforderungen des Ganztags von Beginn an berücksichtigt werden. Dazu gehören ausreichend nutzbare Freiflächen, ergänzende Räume sowie eine verlässliche räumliche Ausstattung für ganztägige Bildungsangebote. Die Qualität ganztägiger Bildung hängt auch von guten Arbeitsbedingungen für pädagogische Fachkräfte ab. Angemessen ausgestattete Arbeits- und Kooperationsbereiche ermöglichen gemeinsame Planung, fachlichen Austausch und professionsübergreifende Zusammenarbeit im Ganztag.
Wir fordern die Einführung verbindlicher Raumstandards für Ganztagsgrundschulen. Hierzu gehören mindestens 3 m² pädagogisch nutzbare Fläche pro Kind sowie die systematische Berücksichtigung der Anforderungen ganztägiger Bildung bei Neubau, Sanierung und Weiterentwicklung von Schulstandorten.